Engagement & Corona #3

Freiwilligen Vermittlung Agentur für Neukölln

Engagement & Corona #3

Dezember 9, 2020 Nachricht 0

Die Covid-19-Pandemie stellt für Neukölln eine große Herausforderung dar. Doch seit März 2020 sind die Neuköllner*innen füreinander da und unterstützen sich gegenseitig – auf vielfältige Art und Weise. Knapp 600 Mund-Nasen-Masken nähte Sabah Ali Alfrar seit März 2020. Damit unterstütze sie maßgeblich die Versorgung von kostenlosen Masken für Gemeinschaftsunterkünfte geflüchteter Menschen in Neukölln und älterer Nachbarn/-innen in Britz sowie den Lernenden ihrer Sprachschule. Heute berichtet sie von ihrem Engagement:

“Mit der Ausweitung des Gefahrenkreises, dem Verlust vieler Menschenleben und der Quarantäne meiner Kinder aufgrund einer Corona-Infektion ihrer Schulkameraden, wurde mein Bewusstsein und meine Wahrnehmung für Corona stärker und ich sah, dass es meine Verantwortung ist, auch anderen bei der Bekämpfung dieser Krankheit zu helfen – da ich, meine Familie und meine Freunde ebenfalls anfällig für eine Infektion mit dem Virus sind.

Die Sozialarbeiterin Susen Engel schickte eine Einladung in der WhatsApp-Gruppe der Frauen unserer Gemeinschaftsunterkunft, zur Teilnahme am Nähen von Masken für Bedürftige. Als Schneiderin wusste ich, dass ich auf diesem Gebiet helfen kann, danach kontaktierte ich sie und bot ihnen meine kostenlose Hilfe an.

Was mich motivierte, anderen zu helfen, war mein Bewusstsein für das Ausmaß der Gefahr, der wir ausgesetzt sind, und dass es meine Pflicht ist, diese Pandemie mit anderen zu bekämpfen und den Bedürftigen zu helfen. So wie ich und meine Familie zuvor Hilfe bekamen, als wir vor dem Krieg flüchteten. Die Bedürftigen, insbesondere die älteren Menschen in den Altenheimen, freuten sich sehr über unsere Hilfe und Unterstützung. Sie schickten uns Grüße und Dankeschöns und einmal schickten sie mir Süßigkeiten für meine Kinder. Anderen zu helfen und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, ist ein großartiges Gefühl für mich.

Als Mutter von neun Kindern lernte ich, nicht nur Verantwortung für meine Familie zu übernehmen, sondern auch für andere, mit denen ich in der gleichen Gemeinde lebe, und ich lernte Wege, mich vor den Epidemien zu schützen, indem ich den Kontakt mit anderen reduzierte. Das Nähen der Masken war hierbei eine Zusammenarbeit mit meiner Familie: Meine Kinder halfen mir beim Nähen und mein Mann brachte mir das Material und lieferte die Masken daraufhin aus.”